Die hinzugefügten Bibelverse

Die deutschen Bibelleser werden dieses Problem wohl nicht gross bemerkt haben (auch wenn es wirklich ein Problem ist), aber bei den englisch-sprechenden Gläubiger wird der Begriff „missing verses“ – also fehlenden Verse – früher oder später zum Thema.

Es geht darum, dass vor allem in den USA, einige Verse oder gar ganze Geschichten in den moderneren Übersetzungen komplett fehlen. Es sind natürlich viele besorgt, denn man soll ja nicht einfach Sachen aus der Bibel entfernen. Aber die Wahrheit ist, die Verse wurden eigentlich hinzugefügt. Und das sollte genauso besorgniserregend sein…

Und ich versichere jedem, der die prophetischen Worte dieses Buchs hört: „Wenn jemand dem, was hier geschrieben steht, irgendetwas hinzufügt, wird Gott ihm die Plagen zufügen, die in diesem Buch beschrieben werden.
Und wenn jemand irgendetwas von den prophetischen Worten dieses Buchs wegnimmt, wird Gott ihm seinen Anteil am Baum des Lebens und an der Heiligen Stadt wegnehmen, die in diesem Buch beschrieben werden.“

Offenbarung 22:18-19 (Neues Leben Bibel)

Darum wäre es gut sich auch dafür viel Zeit und Gebet dafür zu nehmen, ob wir diese Verse als Gottes Wort miteinbeziehen sollen oder nicht.

Was steht auf dem Spiel? Ganz einfach: Die Wahrheit. Die Bibel wird als Gottes Wort und somit als absoluter Wahrheit bezeichnet. Wenn es wahr ist, dass die Verse erst zu einem späteren Zeitpunkt hinzugefügt worden sind und nicht zu den Urtexten gehört, dann besteht eine sehr grosse Wahrscheinlichkeit, dass diese Sachen gar nie passiert sind.

Nehmen wir eins der beliebtesten Geschichten im Neuen Testament:

Aber sie liessen nicht locker und verlangten eine Antwort. Schliesslich richtete Er sich auf und sagte: „Wer von euch ohne Sünde ist, der soll den ersten Stein auf sie werfen!“

Johannes 8:7 (Neues Leben Bibel)

Es ist auch deshalb beliebt, denn es stellt Jesus supernett dar. Eine Ehebrecherin wird entdeckt und ein schlimmer Haufen religiöser Lehrer wollen sie nach den Gesetzen Moses steinigen. Wie ein Märchen kommt der Ritter rein und rettet die Frau im Not aus den Klauen des Bösen.

Da richtete Jesus sich wieder auf und sagte zu ihr: „Wo sind sie? Hat dich keiner von ihnen verurteilt?“
„Niemand, Herr“, antwortete sie.
„Dann verurteile ich dich auch nicht“, erklärte Jesus. „Geh und sündige nicht mehr.“

Johannes 8:10-11 (Neues Leben Bibel)

Nun, sind das jetzt tatsächlich die Wörter von Jesus gewesen oder nicht? Falls ja, wieso waren die in keiner der ältesten Manuskripte und erst Tausende Jahren später zu finden? Ist es nicht so, dass je eher man etwas wiedergibt, umso akkurater sollten die Aussagen sein? Bei einem Unfall bspw. sind die Aussagen unmittelbar nach dem Ereignis seriöser und präziser als die Angaben, die Tage oder Wochen später bei der Polizei oder vor Gericht gemacht werden.

Wie können wir sicher sein? Ganz einfach. Paradoxerweise ist die Antwort, wie man zur Wahrheit gelangt im gleichen Kapitel beschrieben, aber hier ein wichtiger Ausschnitt:

Wenn Ich euch also die Wahrheit sage, ist es nur natürlich, dass ihr Mir nicht glaubt! Wer von euch kann Mir zu Recht eine Sünde vorwerfen? Und wenn Ich euch aber die Wahrheit sage, warum glaubt ihr Mir dann nicht? Wer Gott zum Vater hat, der hört Gottes Worte. Dass ihr nicht darauf hört, zeigt, dass ihr nicht Gottes Kinder seid.

Johannes 8:45-47 (Neues Leben Bibel)

Solange wir Gott kennen, erkennen wir Seine Stimme in der Bibel (Joh 10:4). Da kommt es eigentlich nicht drauf an, welche Übersetzung wir anfangs verwenden. Mithilfe des Heiligen Geistes und einem demütigen Herz, offen für die Wahrheit Gottes, können wir Gottes eigene Worte in den von Menschen geschriebenen Texte früher oder später erkennen.

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